Räume zum Wohlfühlen Baubiologie, Bauökologie am EFH Zihl

Einfluss der Planung auf ein Gebäude

Durch die Planung wird der Einfluss eines Gebäudes auf die Umwelt und die Bewohner auf Jahrzehnte hinaus festgelegt. Eine Planung unter Berücksichtigung der Baubiologie und Bauökologie versucht ein für Benutzer und Umwelt optimales Gebäude zu errichten und ist nachhaltig.

Standort, Umfeld

Die Planung nahm Rücksicht auf das vorhandene Terrain. Die Eingriffe wurden so klein wie möglich gehalten. Wo möglich wurden die Naturräume und ökologischen Strukturen erhalten. Die durch das Gebäude verlorene Grünfläche wurde mit dem modelierten, extensiv begrünten Dach zurückgegeben. Die ausgesäte Schweizer Dachkräutermischung ergibt einen wertvollen Lebensbereich für verschiedenste Lebewesen. Auch die Umgebung wurde so naturnah wie möglich realisiert. Nebst einem Gemüse- und Obstgarten mit Hochstammbäumen zur Selbstversorgung, wurden verschiedene Kleinstrukturen erstellt. (Ast- und Steinhaufen, Tümpel und verschienste Pionierstandorte, Säume, sowie Wildbienennisthilfen)
Es wurde eine radiästhetische Untersuchung des Baugrundes durchgeführt. Die Messung wurde nach Fertigstellung des Gebäudes im Gebäudeinnern nochmals vorgenommen, und die gemessenen Störquellen wurden harmonisiert.

Gestaltung, Gebäude- und Raumstruktur

Das Gebäude folgt dem Hangverlauf und ist in das bestehende Gelände eingebettet. Das beheizte Bauvolumen wurde möglichst kompakt und einfach gehalten. Die grossen Verglasungen Richtung Süden erlauben den solaren Wärmegewinn und nutzen das Tageslicht optimal. Eine energiesparende Raumstruktur wir durch eine strenge Zonierung erreicht: die Zimmer- und Wohnräume sind gegen Süden ausgerichtet, als Pufferzone dienen im Norden die Nasszellen, der Eingangsbereich und der Technikraum.

Verwendete Materialien, Konstruktion

Die verwendeten Materialien weisen eine geringe Umweltbelastung (graue Energie) auf. Bei der Konstruktion wurden nur baubiologisch empfehlenswerte, wenn möglich regenerierbare Materialien verwendet (umwelt- und gesundheitsverträglich). Der Hauptbaukörper besteht aus vorgefertigten Rahmenelementen aus Holz und ist mit Zelluloseflocken ausgedämmt (dampfdiffusionsoffene Konstruktion). Die Innere Hauptspeichermasse bilden mit Lehm verputzte Kalksandsteinwände und der Zementunterlagsboden. Der Lehmputz ist sorptionsfähig (bindet Gerüche) und hygroskopisch (gleicht Luftfeuchtigkeit aus) und leistet einen grossen Beitrag für ein gutes Innenraumklima.

Haustechnik

Die Nutzung von erneuerbaren Energien (Warmwasserkollektoren, Stückholz Absorberofen) ermöglichen ein einfaches und somit auch sparsames Haustechnikkonzept. Sämtliche Installationen im Haus sind zugänglich und können problemlos gewartet oder repariert werden. Es wurde eine Komfortlüftungsanlage mit Erdregister und Wärmerückgewinnung installiert (für Zertifizierung nach Minergie-P zwingend). Diese kann im Sommer bei Nichtgebrauch auch ausgestellt werden.
Sämtliche Elektroinstalationen sind elektrobiologisch ausgeführt (abgeschirmte Verkabelung, vermeiden von technischen Wellen und Feldern) und die Schlafzimmer sind mit Netzfreischaltung ausgerüstet.

Umwelt

Die am Bau verwendeten Materialien haben möglichst kleine Stoffkreisläufe (lokale Materialien ohne grossen Energieaufwand für die Herstellung und den Transport). Um den Trinkwasserverbrauch zu minimieren wurden wassersparende Armaturen montiert (Ecototal +). Das anfallende Regenwasser wird in einem Regenwassertank gesammelt und für Waschmaschine, WC und Garten verwendet.